Bericht
Mindelheimer Klettersteig am 26.08.2006



Der im Jahre 1975 von der DAV-Sektion Mindelheim errichtete Klettersteig über die Schafalpenköpfe (2320 m, 2301 m, 2273 m) in den Allgäuer Alpen zählt zu den Klassikern in den nördlichen Kalkalpen. Wir planten unsere Tour mit Freunden aus Aalen und trafen uns am Freitagabend auf der Berghütte des Skivereins Aalen. Als wir dann am Samstagmorgen auf ca. 1600 Höhenmetern um 6.30 Uhr aufwachten, erwarteten uns bereits die ersten Sonnenstrahlen im Bettenlager. Da wir etwa zweieinhalb Stunden vom Einstieg in den Klettersteig entfernt waren, brachen acht mehr und minder erfahrene Bergfreunde bereits gegen 7.30 Uhr in der Früh auf. Unser erstes Etappenziel war die Erreichung der Fiderepaßhütte auf 2067 Meter Höhe. Kurz vor der Hütte bogen wir dann noch ein Stück bergauf gehend zum Klettersteigeinstieg ab, um dort unsere bis dorthin im Rucksack verstauten Gurte, Helme und Klettersteigsets anzulegen. Ein letzter Blick gen Himmel machte uns zuversichtlich, dass das sonnige Wetter am heutigen Tage halten würde.
Der Klettersteig beginnt mit einer senkrechten Passage, die zügig überwunden werden kann. Daran schließt sich eine pfiffige Wegführung an, die immer wieder für Überraschungen sorgt. Mal geht es senkrecht hoch, dann wieder ein paar Meter über Klammern und Stifte runter. Der zerklüftete Hauptdolomit wechselt ständig sein Gesicht. Bereits in der ersten Stunde wird klar, dass dieser Steig nur von gut trainierten, absolut trittsicheren und schwindelfreien Bergsteigern angegangen werden sollte. Insbesondere die lange Gehzeit sollte noch eine besondere Rolle an diesem herausragenden Tag für uns spielen. Die Sonne lachte, ein leichter Wind wehte uns um die Nase und in der Gruppe hatten wir eine Menge Spaß. Allesamt genossen wir sowohl die Ausgesetztheit als auch die schöne Aussicht auf den gegenüberliegenden Allgäuer Hauptkamm. Insgesamt kann der Steig als lange, rassige und sehr ausgesetzte Tour über einen zerklüfteten Grat charakterisiert werden. Einige Passagen sind leicht überhängend, aber sehr gut durch Klammern im Fels gesichert.
Ausdauer ist für diese Etappe unbedingt erforderlich, da für den Steig, sprich von Fiderepaßhütte bis zur Mindelheimer Hütte (2058 m) ca. sechs Stunden Gehzeit einzuplanen sind. Da wir aber keine zusätzliche Übernachtung auf der Mindelheimer Hütte einplanten, lag nach einer kurzen Hüttenpause unser finales Ziel an diesem Tag etwa zweieinhalb Stunden hinter dem Einstieg in den Klettersteig. Um noch vor Einbruch der Dunkelheit unsere Unterkunft zu erreichen, nahmen wir den parallel zum Steig verlaufenden Krummbacher-Höhenweg, der uns noch einmal über einen luftigen Pass (2100 m) zurück in Richtung Fiderepaßhütte führte, um dann über beweidete Almen zur Vereinshütte zurückzugelangen. Gegen 19.30 Uhr waren allesamt – sichtlich erschöpft – wieder an unserem Ausgangspunkt angelangt. Obwohl wir eine körperlich sehr anstrengende Tour hinter uns hatten, waren sich alle einig: Wir hatten einen wunderschönen Bergtag mit perfektem Wetter und einem klasse Team erlebt, den wir so schnell nicht vergessen werden.
Die Mindelheimer Hütte ist übrigens nur eine Tagestour von der Sektionshütte Walserhus in Schröcken entfernt und der Klettersteig kann auch in entgegen gesetzter Richtung gegangen werden.

Maik Steinmetz + Katrin Meier